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FUNDSTÜCKE
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  Fundstücke  

Unter "Fundstücken" verstehe ich Botschaften, verdichtete Lebenskonzepte und komprimierte Lebensgeschichten - in Form von Gedichten, Geschichten, Anekdoten oder Witzen. Von jeher schon sind sie eingesetzt worden, um zu beeinflussen, zu erziehen, Richtungen zu weisen, zu trösten, zu lenken und zu leiten.

Auf dieser Seite finden Sie regelmäßig "Fundstücke", die mich derzeit bewegen, beschäftigen, mir gefallen... und von denen ich annehme, dass sie auch andere Menschen bewegen, zum Nachdenken oder zum Lächeln bringen.

 

J. Rowling: Auszug:
"Jeder erleidet irgendwann einmal Rückschläge. Es ist unmöglich, im Leben ohne sie auszukommen - es sei denn, Ihr lebt extrem vorsichtig und vermeidet sie. Aber dann war Euer Leben umsonst - und automatisch ein einziger Rückschlag."
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Kleine Morgengymnastik

Ich stehe mit dem
richtigen Fuß auf,
öffne das
Fenster der Seele,
verbeuge mich vor allem,
was liebt,
wende mein Gesicht
der Sonne entgegen,
springe ein paar mal
über meinen Schatten
und lache mich gesund.

(Hans Kruppa)

 

Der Mensch gleicht einem Gästehaus…

Jeden Tag neue Gesichter.
Augenblicke der Freude, der Niedergeschlagenheit, der Niedertracht,
alles unerwartete Besucher.
Heiße sie willkommen, selbst den puren Ärger, der die Einrichtung deines Hauses kurz und klein schlägt.
Vielleicht räumt er dich leer
für eine neue Freude.
Behandle jeden Gast respektvoll.
Den finsteren Gedanken, die Scham, die Bosheit, begrüße sie mit einem Lachen an der Tür und bitte sie herein.
Danke jedem für sein Kommen, denn sie alle haben dir etwas Wichtiges mitzuteilen.

(Rumi)

 

Die Perle

Ein kleines Mädchen, das von allen ausgenutzt und verstoßen wurde, lief traurig von zu Hause weg. Es lief und lief, bis es zu einem großen See kam. Dort setzte es sich müde, verlassen und hungrig hin und weinte bitterlich.
Plötzlich sah das Mädchen auf dem Grund des klaren Wassers etwas, das funkelte und blitzte. Neugierig und mutig sprang es in das tiefe Wasser, um den Schatz ans Land zu holen. Das Mädchen tauchte und fasste eine Muschel. Mit geübter Hand brach es sie vorsichtig auf. Vor ihm lag ein Wunder:
Eine schöne Perle, die wie ein Tautropfen in allen Regenbogenfarben schimmerte.
Das Mächen staunte und wusste, dass es etwas gefunden hatte, das einmalig und unbezahlbar war. Die kostbare Perle, die in der Hand des Mädchens ruhte, strahlte und sagte leise: „Sei nicht traurig! Hör zu, ich will Dir meine Geschichte erzählen:

 

Eines Morgens stürzte ich als Tautropfen kopfüber ins Meer. Von den Wellen wurde ich mitgerissen. Verzweifelt versuchte ich mich zu retten. Da hörte ich eine Stimme: „Komm in mein Haus!“ Blindlings folgte ich dem rettenden Ruf. Hinter mir schlossen sich die Schalen einer Muschel. Zuerst atmete ich dankbar auf, doch dann begriff ich, dass ich eingesperrt war, ich wehrte mich und jammerte: „Nun werde ich wohl nie mehr im Licht der Sonne in allen Regenbogenfarben leuchten.“
Da sagte die weise Muschel: „Auflehnung und Trotz machen ohnmächtig und zerstören. Nimm Dein Schicksal geduldig an, dann wird es Dir leichter ums Herz. Von innen her wirst Du dann immer fester, und eines Tages bist Du ein kostbarer Schatz, eine wertvolle Perle. Wer Dich findet, wird glücklich sein.“
Ich seufzte, weil ich das nicht so richtig verstehen konnte, aber von nun an lebte ich still und zufrieden.
Ich spüre, dass etwas in mir wuchs und wuchs, was mich stark machte und mir viel Kraft gab. Aus Leid und Schmerz bin ich geworden, was ich bin, ein Wunder in Deiner Hand.“

 

Das Mädchen hatte gut zugehört und ging getröstet nach Hause. Und immer, wenn es ihm gar schwer ums Herz war, wenn es viel leiden und verkraften mußte, dann schaute es auf die kostbare Perle und spürte, wie in ihm die Kraft wuchs und es stark machte.

(Verfasser unbekannt)

 

Mondnacht

Es war, als hätt´ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt´.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

(Joseph von Eichendorff)

 

Ich wünsche uns :

Dass wir uns zuhören können ohne uns zu urteilen;
uns unsere Meinung sagen können ohne uns Ratschläge zu geben;
uns vertrauen können ohne etwas zu erwarten;
uns helfen können ohne für den anderen zu entscheiden;
für einander sorgen ohne den anderen zu erdrücken; uns zu sehen ohne uns selbst in uns zu sehen; uns zu umarmen ohne dem anderen den Atem zu rauben;
uns Mut machen können ohne einander zu bedrängen;
uns halten zu können ohne uns festzuhalten;
uns beschützen, aufrichtig;
uns einander nähern, jedoch nicht als Eindringling;
dass wir all das kennen was uns einander missfällt, dass wir es akzeptieren , es nicht zu ändern versuchen; wir aufeinander zählen können….bedingungslos.

(frei nach J.Buccay)

 

Die Navajo-Indianer erzählen sich eine wunderbare Geschichte.

Ein alter Mann aus dem Stamm sprach mit seinem Enkel: "Manchmal habe ich das Gefühl, dass in mir ein Kampf tobt - ein Kampf zwischen zwei Wölfen.

 

Der eine Wolf ist böse. Er ist der Wolf des Zorns und Neids, der Sorge, des Vorwurfs, der Gier und Arroganz, des Selbstmitleids, der Schuld, der Ablehnung, der Minderwertigkeit oder Überlegenheit; der Angst vor der Heilwerdung von Körper und Seele, vor dem Erfolg und davor, dass das, was die anderen gesagt haben, wahr sein könnte; der Angst, in den Mokassins eines anderen zu laufen, um nicht mit seinen Augen sehen und seinem Herzen fühlen zu müssen, wie sich die Wirklichkeit aus seiner Sicht darstellt, so dass ich an hohlen Ausreden festhalten kann, die ich im Inneren längst als falsch erkannt habe.
Der andere Wolf ist gut. Er ist der Wolf der Freude, des Friedens, der Liebe und Hoffnung, der Gelassenheit, Bescheidenheit und Güte, des Mitgefühls für jene, die mir geholfen haben, wenngleich ihre Bemühungen nicht immer perfekt waren, der Bereitschaft, mir selbst und anderen zu vergeben und zu erkennen, dass ich mein Schicksal selbst in der Hand habe."

 

Nachdem der Enkel eine Weile über die Worte seines Großvaters nachgedacht hatte, fragte er: "Sag mir, Großvater, welcher der beiden Wölfe wird nun gewinnen?"

 

Und der alte Mann antwortete: "Der Wolf, den ich zu füttern beschließe."

Entnommen aus John Izzo: Die fünf Geheimnisse, die Sie entdeckt haben sollten, bevor Sie sterben

 

Die sieben Weltwunder

Eine Schulklasse wurde gebeten zu notieren, welches für sie die Sieben Weltwunder wären.
Folgende Rangliste kam zustande:

  1. Pyramiden von Gize
  2. Taj Mahal
  3. Grand Canyon
  4. Panamakanal
  5. Empire State Building
  6. St. Peters Dom im Vatikan
  7. Grosse Mauer China

Die Lehrerin merkte beim einsammeln der Resultate, dass eine Schülerin noch am Arbeiten war. Deshalb fragte sie die junge Frau, ob sie Probleme mit ihrer Liste hätte.
Sie antwortete: "Ja. Ich konnte meine Entscheidung nicht ganz treffen. Es gibt so viele Wunder."
Die Lehrerin sagte: "Nun, teilen Sie uns das mit, was Sie bisher haben und vielleicht können wir ja helfen."
Die junge Frau zögerte zuerst und las dann vor.
"Für mich sind das die Sieben Weltwunder:

  • Sehen
  • Hören
  • sich Berühren
  • Riechen
  • Fühlen
  • Lachen ...
  • ... und Lieben

Im Zimmer wurde es ganz still.
Diese alltäglichen Sachen, die wir als selbstverständlich betrachten und oft gar nicht realisieren, sind wirklich wunderbar.
Die kostbarsten Sachen im Leben sind jene, die nicht gekauft und nicht hergestellt werden können.

(Verfasser unbekannt)

Seesterne am Strand - "What makes a difference"

Ein alter Mann kommt früh morgens an den Strand. In der Ferne sieht er einen jungen Mann, der am Strand entlang geht und sich immer wieder bückt und etwas ins Wasser wirft. Beim Näherkommen sieht der alte Mann, dass es Seesterne sind, die nachts angespült wurden und die der Mann ins Meer zurück wirft. "Was machst Du da", fragt der alte Mann den jungen. "Ich werfe die Seesterne wieder zurück ins Wasser. Die Sonne geht gleich auf und wenn sie dann noch hier am Strand liegen, dann vertrocknen sie" antwortet der junge Mann. "Aber", sagt der alte Mann "hier am Strand liegen Tausende und Tausende von diesen Seesternen. Da macht es doch keinen Unterschied ob du diese paar hier ins Wasser wirfst". Nachdenklich hob der junge Mann wieder einen Seestern auf, betrachtete ihn und warf ihn ins Wasser. Dabei sagte er: "Für diesen hier macht es einen Unterschied".

"Morgenstund hat Gold im Mund"

"Mein Sohn", sagte Nasrudins Vater einst, "achte darauf, morgens immer zeitig aufzustehen".

"Warum Vater?"

"Weil es ein segensreicher Brauch ist. Stell dir nur vor: Eines Morgens bei Sonnenaufgang machte ich einen Spaziergang und habe dabei einen Sack voller Gold gefunden!"

"Woher wußtest Du, daß er nicht schon am Tag zuvor verlorengegangen war?"

"Das ist doch nicht wichtig. Er stand jedenfalls noch nicht lange da, soviel konnte ich erkennen".

"Dann sind Frühaufsteher nicht immer gut dran. Der Mann, der das Gold verloren hat, muß noch früher auf den Beinen gewesen sein als du."

(Aus: Also sprach Mulla Nasrudin)

 

Ich freue mich auch auf Ihre "Fundstücke", die Sie mir per Mail zukommen lassen können und die ich dann auch hier veröffentlichen kann.
e-mail: mail@jasmine-harde.de